Blog vom 23.01.2022:
Vom Ziel hinter dem Ziel und dem Guten Gefühl

 

Liebe Leserin, lieber Leser!

Der neue, frische Januar ist ein Monat, der ganz offensichtlich  mit dem Thema Ziele verbunden ist wie der Dezember mit Weihnachten. Früher sprach man über die guten Vorsätze, nun sind es Ziele. Nicht nur ein Lieblingsthema vieler Coaches; auch jedes zweite Lifestyle-Magazine spart gerade nicht mit Tipps und Techniken, wie man sie dieses Jahr auch sicher erreicht, die persönlichen Ziele.

Bevor der Monat zu Ende ist, möchte auch ich mich dem Thema noch schnell anschließen  – und einen etwas anderen Blick auf unsere Ziele werfen.

Nichts gegen Ziele – sie machen Sinn und sind durchaus nützlich. Denn wenn man nicht weiß, wo man hin will, wird man auch niemals dort ankommen.

Doch vielleicht kennst Du dieses Phänomen:

Nach viel Mühe, Ausdauer und  Arbeit bist Du endlich am Ziel angekommen und immer noch nicht zufrieden? Die Luft ist raus – Du hast, was Du wolltest, aber bist ein bisschen enttäuscht: Es fühlt sich gar nicht so gut an, wie Du erhofft hattest.
Ja, vielleicht  lag es daran, dass das Ziel nicht groß genug war. Oder es war nicht das richtige. Möglicherweise sollte man gleich zum nächsten Ziel übergehen, damit man in kein Loch fällt? Wenn man mit dem nächsten Ziel noch ein Stück weiter kommt, dann, ja dann stellt sich bestimmt Zufriedenheit ein….

Im schlimmsten Fall geht es uns wie dem Hamster in der Tretmühle: Wir jagen dem Ziel hinterher und von einem Ziel zum anderen, aber wir kommen nicht da an, wo wir wirklich hinwollten. Dem Ziel hinter dem Ziel….

Ob Besitz oder Erfolg in allen Facetten – dahinter steckt so oft, was wir eigentlich wollen: Das Gute Gefühl!  Das Gefühl, das wir haben, wenn alles stimmt. Das endlich füllt, was uns gefehlt hat und das alles komplett macht.  Das Gefühl, von dem wir glauben, dass es sich mit dem Erreichen des Ziels einstellt, und zwar bitte dauerhaft:

Die Zufriedenheit, das In-Frieden-Sein, das Empfinden von Glück, von Erfüllt-Sein.

Wir kennen es alle, dieses nährende, erhebende Gefühl. Wenn es in uns ist, und wir leuchten und strahlen. Wenn alles gut ist.
Wir alle haben es schon erlebt und erleben es immer wieder. Doch festhalten lässt es sich nicht, und auch nicht erzwingen. Aber wir sehnen uns danach und fangen an, es überall im Außen zu suchen und es der Erreichung unserer Ziele zuzuschreiben – anstatt uns zu erinnern, wo es tatsächlich herkommt.

Diese Guten Gefühle sind schon immer bereits in uns drin, sozusagen als unsere menschliche Grundausstattung. Dorthin gelangen wir nicht, in dem wir mehr und mehr tun, erreichen, arbeiten, anschaffen, sondern auf dem umgekehrten Weg:
In dem wir Inne halten, alles loslassen und ruhig werden.
In dieser Ruhe jenseits unserer geschäftigen Gedanken, Ideen und Ziele liegt das, was Du wirklich suchst.
Dort gibt es nichts zu erreichen und keine Bedingung zu erfüllen – dort bist du bereits angekommen, ohne einen Schritt zu tun. Dort bist Du gut genug, ohne dich zu beweisen zu müssen. Dort bist Du reich ohne einen Cent zu verdienen. Dort bist Du schön, so wie du bist. Dort BIST Du.
Es ist die Dimension des Seins, die uns so weit entfernt scheint und uns dabei näher ist als alles andere: Unser Sein, das, was wir wirklich sind, vor dem Lärm unseres Geistes.
Frieden und Liebe.

Vielleicht hast Du Dir das eine oder andere Ziel ausgedacht, weil Du dachtest, dass genau dies Dir zu Deinem Glück oder Deiner Zufriedenheit fehlen würde. Und ehrlich: Das machen wir doch alle, ganz Mensch, den Kopf voll Gedanken und den Blick nur nach außen. Das macht Dein Ziel nicht automatisch zu einer schlechten Idee!

Hier drei Sachen, die Dir helfen:

Du brauchst Dein Ziel nicht erreichen, um Zufriedenheit zu finden. Oft führen uns Ziele und Ehrgeiz eher von der Zufriedenheit weg, als dorthin…. Lass öfter mal alles los und fühl nach innen, wo es still ist, wo Du BIST.

Der Triumph, den das Erreichen des Ziel oft mit sich bringt, ist immer eine kurze Freude: Diese  oberflächliche „Zufriedenheit“ geht sehr schnell vorbei…denn unser Ego ist unersättlich: Bald ist auch dies nicht mehr genug, langweilig oder schon zu gewohnt – und dann muss ganz schnell das nächste her.

Und das Beste zum Schluss:
Wenn Du weißt, dass dieses Gute Gefühl bereits in Dir verankert ist, bedingungslos und unzerstörbar, dann kannst  Du Dein Ziel mit spielerischer Freude und Leichtigkeit verfolgen – und mit viel mehr Spaß!
Und mit Spaß geht alles besser, stimmt`s?

 

Ich wünsche Dir einen guten Start in die neue Woche!

Liebe Grüße,
Doerthe